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Berlin Die Linke parliamentary group again postpones decision on controversial MP Emde
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A taz commentary by Rainer Rutz reports that the Berlin state parliamentary group of Die Linke has again postponed a decision on how to handle its MP Vanessa Emde, who is described as hostile to Israel. After hours of deliberation, the group's leadership said it still sees no 'common working basis' with Emde and that party bodies will continue to consult. The author notes Emde has refused to accept faction discipline and publicly rejected an internal agreement on antisemitism and the Middle East. The commentary argues that asking Emde to surrender her mandate is futile, since she won a direct seat in Berlin-Neukölln with nearly 50 percent and appears indifferent to the party. Instead, Rutz proposes sidelining her parliamentarily—no committee seats, no speaking time, no spokesperson role—so public attention fades and a possible red-green-red state government is not constantly threatened with implosion.
Source report
Kommentar von Rainer Rutz
28. Oktober 2026, 16:57 Uhr
Vanessa Emde vor einer Fraktionssitzung im Berliner Abgeordnetenhaus am 27. Oktober 2026. Foto: Volodymyr Sindieiev/picture alliance
Der Showdown um die inzwischen auch überregional absurd bekannte Berliner Linken-Abgeordnete Vanessa Emde ist erneut ausgeblieben. Drei dünne Sätze, mehr hatte ihre Fraktion im Landesparlament am Dienstagabend nach stundenlanger Beratung nicht mitzuteilen: Der Fraktionsvorstand der Linken hat sich mit Emde ausgetauscht, man sieht weiterhin keine „gemeinsame Arbeitsgrundlage", die Gremien werden nun weiter beraten. Und vermutlich wird dann nach der Beratung noch mal beraten. Und noch mal beraten.
Das Problem, und das weiß auch die Landes- und Fraktionsspitze der Partei: Emde hat zwar klargemacht, dass sie nicht bereit ist, sich an irgendeine Fraktionsdisziplin zu halten. Eine von ihr unterschriebene fraktionsinterne Vereinbarung zu Antisemitismus und Nahost hatte sie via Instagram mit großer Empörung in die Tonne getreten. Die israelfeindliche Abgeordnete ist aber nun mal in die Linksfraktion aufgenommen worden, ein Wiederausschluss nicht ohne Weiteres und vor allem nicht unter lautem Solidarisierungskrawall möglich.
Dass die Linken-Gremien jetzt unter anderem darüber grübeln, ob sie Emde zur Rückgabe ihres Mandats auffordern, scheint dabei ein nutzloses Unterfangen. Warum sollte Emde, die in Berlin-Neukölln ein Direktmandat mit fast 50 Prozent geholt hat, dieser Aufforderung nachkommen? Warum sollte sie sich selbst aus dem Landesparlament kegeln für eine Partei, die ihr offensichtlich ohnehin egal ist?
Besser wäre ein anderer Weg: Die Spitzen der Berliner Linksfraktion schieben Vanessa Emde aufs parlamentarische Abstellgleis. Das heißt: kein Ausschuss, keine Redezeit im Plenum, keine Sprecherfunktion. So würde nicht nur das öffentliche Interesse an einer einzelnen Abgeordneten irgendwann abebben. Auch eine mögliche rot-grün-rote Landesregierung stünde nicht mehr unter dauerhafter Implosionsgefahr. Im Idealfall wirft die Palästinaaktivistin früher oder später von selbst das Handtuch, verlässt die Fraktion – und gut ist.
Rainer Rutz ist Redakteur in den Ressorts Inland und Regie und berichtet unter anderem über das BSW und Ostdeutschland. Zuvor war er Ressortleiter des Berlin-Teils.
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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf taz.de.
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taz.de - taz.deWestern
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Berlin Left Party Again Postpones Decision on Controversial MP Vanessa Emde