Wire flash
Greens demand Left Party expel MP Koçak over clan ties and PFLP supporter contact
Editorial responsibility
- No named human review is recorded for this page.
- Source reporting is collected, normalized, translated or condensed automatically when needed.
- Automatically published source-backed update
The German Greens are escalating pressure on the Left Party (Die Linke) following revelations about Bundestag MP Ferat Koçak's contacts with organized crime figures and a known supporter of the terrorist organization PFLP. Greens parliamentary leader Katharina Dröge publicly called on Left Party co-leader Heidi Reichinnek to expel Koçak from the parliamentary group, accusing him of having a 'proximity to persons who glorify terror' and of trying to 'weasel out' of the affair. The controversy centers on Koçak's presence at a Left Party election party in Neukölln alongside Ibrahim Ibrahim, a known PFLP supporter, and his contact with Firas Remmo, son of a Berlin clan boss. The Left Party has so far defended Koçak, who has apologized and temporarily withdrawn from the interior committee. The dispute is complicating coalition talks in Berlin, where the Greens are considering a coalition with the Left Party and SPD. Former Green Foreign Minister Joschka Fischer advised his party against such a coalition, calling it a 'mistake' due to the Left Party's inability to control antisemitism within its ranks. Baden-Württemberg's Green Minister-President Cem Özdemir also warned against a coalition unless the Left Party clearly distances itself from antisemitism and expels problematic members.
Source report
Berlin – Nach dem Wahlsieg der Berliner Linken sorgen Kontakte zu umstrittenen Gästen für Diskussionen. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hat sich nach Bekanntwerden eines Austauschs zwischen ihm und Firas Remmo, dem Sohn des Berliner Clanchefs Issa Remmo, entschuldigt.
Dröge fordert Reichinnek zum Handeln auf
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, hat Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek aufgefordert, den Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak aus der Linken-Fraktion auszuschließen. Das sagte Dröge auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag im Reichstagsgebäude.
Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Koçak steht derzeit in der Kritik wegen Kontakten zum Berliner Clan-Boss Issa Remmo, der auf der Neuköllner Linken-Wahlparty am Sonntag zugegen war. Dort posierte Koçak zudem mit Ibrahim Ibrahim, einem bekannten Unterstützer der antisemitischen Terrororganisation PFLP.
Koçak, so Dröge, falle immer wieder auf mit einer:
- „Nähe zu Personen, die Terror verherrlichen“
- „die den Staat Israel infrage stellen“
- „die mit antisemitischen Vorfällen auffallen“
Daher frage sie „Heidi Reichinnek ganz persönlich: Kann so jemand Teil der Bundestagsfraktion der Linken sein?“
Auf Nachfrage stellte Dröge später klar: „Herr Koçak versucht sich gerade aus der Affäre zu ziehen bei der Frage, wie seine Kontakte zur organisierten Kriminalität in Berlin sind.“ Sie halte das für „unglaubwürdig“. „Deswegen würde ich Heidi Reichinnek empfehlen, dass Herr Koçak nicht Teil der Fraktion der Linken ist.“
Dröge fordert klare rote Linien
Dröge forderte deutliche Grenzen: „Wenn wir auf die Linkspartei in Berlin schauen, dann muss man an allererster Stelle feststellen, dass insbesondere die Linken in Neukölln ein massives Problem mit Antisemitismus haben.“ Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf habe zu Recht gesagt, dass seine Partei mit „Haltelinien in die Koalitionsgespräche“ gehe.
Dröge betonte: „Es reicht nicht, dass Elif Eralp nur darüber spricht und bedauernd darauf schaut, wenn in Serie immer wieder antisemitische Vorfälle in ihrem Landesverband passieren.“ Nicht in Ordnung sei außerdem, wie Reichinnek und Linke-Bundeschefin Ines Schwerdtner sich im Fall Koçak als Beispiel solcher „seriell auftretender antisemitischer Vorfälle“ in Berlin „aus der Affäre“ zögen.
Linke-Fraktion stellt sich hinter Koçak
Die Linke-Bundestagsfraktion stellte sich am Dienstag hinter ihren Fraktionskollegen. Koçak habe in seinem Statement „sehr klar“ erklärt, „wie sich die Sache verhält“, sagte Linke-Fraktionschef Sören Pellmann am Dienstagmittag im Bundestag.
„Ferat Koçak hat uns mitgeteilt, dass er sich bis auf Weiteres, bis vollständige Transparenz hergestellt ist, zurückziehen wird. Das warten wir ab“, so Pellmann. „Ob und welche Konsequenzen das dann haben wird, werden wir im Nachgang miteinander solidarisch besprechen.“ Koçak werde zudem „bis auf Weiteres nicht an Sitzungen des Innenausschusses teilnehmen“.
Auch Reichinnek betonte, sie glaube Koçak, dass er Terrorunterstützer Ibrahim nicht gekannt habe. „Ihm war nicht bewusst, mit wem er da das Foto macht“, sagte Reichinnek. Sie vertraue ihren Abgeordneten, jene Kontakte hätten „keinen Platz“ in der Fraktion.
Koçak trat bereits im Juni 2025 auf einer Kundgebung der Linken Neukölln neben Ibrahim auf. Damals behauptete er auf WELT-Anfrage, „nur kurz und mit Verspätung“ anwesend gewesen zu sein, um seine Rede zu halten. „Die Person Ibrahim Ibrahim ist mir nicht bekannt“, sagte Koçak damals.
Joschka Fischer rät von Koalition mit Linkspartei ab
Die Debatte um eine Beteiligung der Grünen als Juniorpartner in einer Koalition mit der Linkspartei in Berlin spitzt sich damit weiter zu. Die Berliner Grünen streben eine Koalition mit der Linkspartei sowie der SPD an.
Auch der ehemalige grüne Außenminister Joschka Fischer äußerte sich am Dienstag dazu. In der Regel gibt er seiner Partei keine Empfehlungen von der Seitenlinie. In einem „Zeit“-Podcast bezeichnete er eine mögliche Koalition mit der Linkspartei jedoch als „Fehler“ – auch wenn er zu verstehen gab, dass er mit dieser Aussage ein persönliches „Tabu“ gebrochen habe.
Fischer sagte zudem mit Blick auf die Berliner Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp: „Wenn sie ehrlich wäre, würde sie Ihnen sagen, dass es unendlich schwer ist, den Antisemitismus in der Partei zu bekämpfen. Es gibt viele in der Linkspartei, die gewiss keine Antisemiten sind. Aber die sind zu schwach, den Einfluss von Neukölln zurückzudrängen.“
Özdemir warnt vor Koalition ohne klare Distanzierung
Auch Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Cem Özdemir warnte seine Partei vor einer Koalition mit der Linken, solange diese sich nicht eindeutig vom Antisemitismus distanziert. „Wer in diesen Fragen nicht klar ist, darf in Deutschland nicht in die Nähe der Macht kommen“, so Özdemir.
Er erwarte, dass sich die Linke in Berlin nicht nur mit frommen Worten vom Antisemitismus lossage. Maßstab sei für ihn, dass die jüdische Gemeinde der Partei das abnehme. „Das heißt auch notfalls, dass sie (die Linke, d. Red.) Leute rauswerfen müssen.“ Das hatte zuvor auch der Grünen-Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky bei WELT gefordert.
Passiere das nicht, sollten die Grünen aus Sicht Özdemirs keine Koalition mit der Linken eingehen. Er empfehle seinen Kollegen in Berlin, genau diesen Maßstab anzulegen und auch keinen Rabatt zu gewähren.
Jan Alexander Casper berichtet für WELT vor allem über die Grünen und gesellschaftspolitische Themen.
Kevin Culina, Politikredakteur, berichtet für WELT über Antisemitismus, die Linkspartei und das Bündnis Sahra Wagenknecht.
Source
Nachrichten - WELTWestern